Vermessung der Welt 2.0

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Über das Forschungsprojekt

Mit der Kombination von 3D-Druck, Photovoltaik und Umweltsensorik erhalten Bürger*innen die praktische Anregung dazu, wie die Welt vermessen werden kann. Es werden Kenntnisse zu wissenschaftlicher Methodik und Gerätetechnik für die Umweltsensorierung, mit dem Schwerpunkt Feinstaubmessung, vermittelt. Dabei sollen Materialien für die Messgeräte selbst hergestellt und in Halle (Saale) installiert werden. Unsere forschenden Partner*innen erhalten mit den aus der Feldstudie gewonnenen Daten Unterstützung bei der Evaluierung Ihrer Modelle zur Vorhersage von Feinstaubverteilung.

Warum Feinstaub messen?

Feinstaubpartikel wirken sich negativ auf die Gesundheit aus. Reine Luft zu atmen, ist wichtig und das Verringern von Feinstaub in der Luft ist ein Ziel, welches viele Bürger*innen beschäftigt. Die Messung von Luftreinheit erfolgt an festgelegten Punkten - mittels kalibrierten Feinstaub-Messstellen. Im Forschungsprojekt werden Bürger*innen zunächst über das Thema Luftreinhaltung detailliert informiert. In einer anschließenden Projektphase erfolgt der Erweiterungsbau eines Feinstaubsensors. Ziel ist es, den Sensor mit einem Photovoltaischen System auszustatten.

Wie können Bürger*innen mitforschen?

In Workshops werden photovoltaische Systeme für die Feinstaub-Sensoren entwickelt. Genutzt werden die Feinstaubmesssysteme der mit Fraunhofer IMWS kooperierenden Gruppe des "OK Lab Stuttgart". Die Messgeräte ermöglichen Feinstaubmessungen im Feld. Gehäuse, Lufteinlässe und Halterungen, die für den Messaufbau von Bedeutung sind, werden im 3D-Druck hergestellt. Die fertig gestellten Feinstaubsensoren werden stationär installiert oder in kleinere Messkampagnen für weitere Feldexperimente integriert.

Was passiert mit den Ergebnissen?

Die gewonnenen Messdaten (Feinstaub PM  2,5, PM 10, relative Luftfeuchte, Temperatur) werden in das bestehende Netzwerk des OK Lab Stuttgart (www.luftdaten.org) eingepflegt. In Abstimmung mit dem Netzwerk werden die Messdaten ausgewertet und Methoden zur erweiterten Nutzung des Messsystems abgestimmt.

Wozu trägt die Forschung bei?

Eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem Messsystem ermöglicht den Bürgerforscher*innen ein vertiefendes Verständnis für Feinstaubmessung. Dazu werden in der Nähe amtlicher Messstationen (z.B. Paracelsusstraße Halle (Saale) und dem anliegenden Paulusviertel) vergleichende Messungen vorgeschlagen, um die Verdünnung der Partikelgehalte im Umfeld der Paracelsusstraße näher zu untersuchen. Darüber hinaus ermöglichen die gesammelten Informationen den Abgleich mit komplexen Vorhersagemodellen, die den Strömungsverlauf und Transport der Feinstaubpartikel in der unteren Erdatmosphäre abbilden.